Samstag, 13. Februar 2016

Shadowrun 5 angespielt und angemeistert

Ich habe seit kurzem eine neue Gruppe in der wir Shadowrun 5 spielen. Bis auf zwei Spieler (ich bin einer davon) sind alle eigentlich Shadowrun-Veteranen; sie kennen die Welt sehr gut und können alles stimmungsvoll erklären und geben der Welt ein schlüssiges Bild und umfangreichen Kontext. Nachdem ich jetzt etwas gespielt und sogar einen kleinen Run gemeistert habe muss ich sagen bin ich sehr zufrieden mit Shadowrun und möchte meinen Eindruck hier teilen.

Das Regelwerk

Deutsches Grundregelwerk (Pegasus Verlag)
Das Grundregelwerk wird zu Kampfpreisen verkauft (~500 Farb-Seiten im Hardcover für 20€ ist äußerst anständig). Dazu gibt es eine große Reihe optionaler Regelwerke, die durchaus empfehlenswert sind, aber nicht notwendig und zudem auch nicht wirklich teurer als das Grundregelwerk.
Das Regelwerk enthält eine Reihe stimmungsvoller Texte, die die Welt anhand einiger Charaktere erlebbar machen, und viele viele Regeln. Nach ein paar Monaten unregelmäßigen spielen glaub ich die Grundlagen verstanden zu haben, aber alle möglichen Varianten und Sonderregeln, die sich für besondere "Klassen" (eigentlich gibt es keine Klassen) ergeben brauchen eine lange Zeit um verstanden und anwendbar zu werden. Trotzdem kann man mit schon recht wenigen Regeln halbwegs ins Spiel kommen. Die Menge der Regeln bewirkt, dass wir zwar immer noch sehr viel Zeit mit klärenden Diskussionen verbringen, aber das wird besser.

 

Das Setting

Im Gegenteil zu anderen Rollenspiel-Systemen spielt Shadowrun nicht in einer Fantasie-Welt sondern in der unmittelbaren Zukunft gemischt mit Fantasie-Elementen - die Magie ist wieder in der Welt, Drachen kontrollieren und intrigieren, Menschen werden als Trolle, Orks, Elfen, usw. geboren. Man kann also einfach die Gegenwart nehmen und einige gesellschaftliche und technologische Entwicklungen konsequent (teilweise überzogen) fortführen und kommt zu einem passablen Shadowrun Setting. Das macht es auch Spielern einfach schnell in das Spiel einzusteigen, weil man eine reiche, komplexe und tiefe Welt bieten kann ohne, dass man viel Vorwissen benötigt. Außerdem ist es weitestgehend glaubwürdig und direkt vorstellbar, was die Immersion fördert. Und besonders schön finde ich als Meister die Weiten und Tiefen einer Informationsgesellschaft darzustellen. Man kann seinen Spielern eine Unmenge an Informationen bieten und verrät trotzdem nie genug - ein Vorgehen was in vielen klassischen Systemen eher ungewöhnlich ist.

 

Fazit

Shadowrun macht Spaß und wer eine gute Gruppe hat wird damit sehr viel Spaß und lange Abende haben.

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